60256 - Hoffer: Echte Neuentdeckung


Repertoire:
Echte Neuentdeckung. Soweit bekannt, stellt diese CD die erste Aufnahme mit Lautenmusik Hoffers dar. Es handelt sich um vier Suiten berückender Schönheit und enormer Virtuosität.

Klang:
Technisch ausgezeichnet. Der bisweilen wahrzunehmende Hall ist wohl gewollt, stört also nicht, wenn man die Absicht ahnt. Der Künstler kommt auf seiner Schwanenhalslaute von Hendrik Hasenfuss und ihren lang klingenden Bässen gut zurecht, indem er sich an die Regel hält, so lange liegen lassen, wie es gut klingt. Das Ergebnis ist der bisweilen anzutreffenden Methode vorzuziehen, bei der der Bass sofort nach dem Anschlag abgedämpft wird.

Interpretatorische Umsetzung:
Die vier Suiten stellen hohe Anforderungen an den Künstler, die in außerordentlich beeindruckender Weise erfüllt werden.

Booklet:
Deutsch und englisch
Sowohl der Komponist wie auch der Künstler werden in der gebotenen Kürze aber in ausreichender Länge in Leben und Wirken beschrieben. Der Komponist wird in drei Quellen nachgewiesen. MGG kennt ihn nicht, obwohl schon Pohlmann den Artikel von Hans Radke zitiert…
Ein Szenario „Der Überfall“ von Horst-Dieter Radke beschreibt kurz in kleiner erfundener aber entzückender Räuberpistole den Wechsel Hoffers von Wien nach Mainz. Es ist zu vermuten, dass wir mehr über ihn wüssten, wäre er in Wien geblieben; seine Musik gehört zu den wertvollen Lautenkompositionen des 18. Jahrhunderts (H. Radke).

Persönliches Urteil
Sehr empfehlenswert. Die Musik kann sich neben der Kellners, Conradis, ja sogar Weiß durchaus hören lassen. Man wünscht sich mehr Soloaufnahmen von Michael Dücker! Die CD gehört in die Sammlung eines jeden Musikliebhabers, nicht nur eines Lautenisten!

Werner Faust
Deutschlandfunk 16.07.2013