Bildung: Verärgert nur die Hexen nicht


Filmorchester produziert Märchen-CD

POTSDAM / BABELSBERG – „Die Verhexte Musik“ ist der Titel eines musikalischen Bildungsmärchens für Jung und Alt, das vom Deutschen Filmorchester Babelsberg unter der Leitung von Günter Joseck gemeinsam mit dem SprecherSprecher Götz Schubert für eine CD-Produktion eingespielt wurde. Der Märchenstoff aus der Feder des Chefdramaturgen am Städtischen Theater Chemnitz, Karl-Hans Möller, zur musikalischen Substanz vom Potsdamer Komponisten Gisbert Näther erfüllt alle Erwartungen auf kindgemäße Hinführung zur Musik.

Die Stadt „Klanghausen“ bereitet sich auf ihre 1000-Jahrfeier vor. Aufgeregte Stimmung herrscht allenthalben, während unter der Leitung des Oberbürgermaestros Ludwig Amadeus Bach die Festhymne geprobt wird. Es gibt auch einen Chormeister namens Thomas Kruzianus Domsperling, der einen vierstimmigen Kanon zum Fest einstudiert: „Hört ihr Leute, es ist wahr unsre Stadt wird 1000 Jahr/ 1000 Jahre Sang und Klang/ mit Musik ein Leben lang“.

An alles wurde bei der Vorbereitung gedacht, nur nicht an die drei musikalischen Hexen, Takta Bum (Rhythmus), Melodia Tralala (Melodie) und Terzia Quintana (Harmonie). Man vergaß es einfach, diese drei Spezialistinnen der Musik einzuladen.
Aus Rache rauben sie der Musik ihre besonderen Vorlieben, und ohne Rhythmus, Melodie und Harmonie ist ja nun wirklich alle Musik nichts wert.

Es wäre allerdings ein schlechtes Märchen, wenn sich letztendlich nicht doch alles zum Guten wendete. Wie das geschieht, mag sich jeder selbst erhören.

Interessant ist die musikalische Umsetzung. Näther gebraucht musikalische Formen wie Marsch, Nocturne, Walzer oder ganz zentral den Kanon, und bringt sie in singbarer und leicht nachvollziehbarer Weise in das Geschehen ein. Am Festmarsch lässt er sinnfällig das Verschwinden der drei musikalischen Säulen erlebbar werden. Der Unterschied von Dur und Moll (Spaziergang der Moll- und Dur-Akkorde), die Intervalle in der Musik und die zentrale Rolle des Rhythmus (Papierknistermarsch), das alles ist sehr lehrreich und dabei angenehm verständlich.

Diese CD ist für alle Altersgruppen zu empfehlen, nicht zuletzt, weil sie Antwort auf vieles bereit hält nach dem Grundsatz: „Was ich schon immer einmal über Musik wissen wollte, doch mich zu fragen nicht traute!“

“Die Verhexte Musik“, CD, gelesen von Götz Schubert, dirigiert von Günter Joseck, 2007, Spieldauer: 59 Minuten. (Von Matthias Müller)
Märkische Allgemeine Online 28.5.2008