Hoeprich-Meisterschaft im Raumklang


Dass die Aufnahmen der beiden Klarinettenquintette Webers und Neukomms schon 14 Jahre alt sind, merkt man der Mehrkanalfassung nicht an: mit üppigem Raumklang und großer Präsenz genießt man die erlesene Kunst Erich Hoeprichs und der drei Streicher des Ensembles Les Adieux, das ihm schon seit Jahren zur Seite steht. Mit vehementem Zugriff und inniger Wärme schlägt Webers Klarinettenquintett in seinen Bann, in allen seinen Stimmen auf Originalinstrumenten fein ausgearbeitet, wobei Hoeprichs Klarinette zu recht mit betörendem Klang dominiert. Spannend dann das Schwesterwerk Sigismund Neukomms. Ähnlich seinen gerade bei NCA 60122 mit dem erweiterten Streicherensemble Les Adieu erschienenen beiden Streichquintetten zeugt auch dieses in St. Petersburg entstandene Werk - mit phantasievollen Variationen über die "Schöne Minka" im 3. Satz - von einer überbordenden Melodienseligkeit eines ganz in der Wiener Klassik lebenden und zu Unrecht vergessenen äußerst vielseitigen Musiker und Komponisten.
Trotz großer Konkurrenz beim Weber-Quintett ist diese SACD - grade auch wegen der Neukomm-Begegnung, aber auch wegen des warmen Raumklangs - wärmstens zu empfehlen.

Dieter Steppuhn
´rohrblatt - Heft 4 / Dezember 2007 01.12.2007