9909844 - lupenreine Brillanz


Als versierte Mitwirkende in nahezu allen international führenden Spezial-Ensembles für Alte Musik beherrschen sie nicht nur das oft heikle Spiel auf alten Blasinstrumenten, sondern haben ihre Erfahrungen und Fähigkeiten auf die kammermusikalischen Ansprüche eines Bläserquintetts übertragen: Karl Kaiser mit einer Traversflöten-Kopie nach Grenser (Dresden, um 1800), Hans-Peter Westermann mit einer Oboe nach Panormo aus London (spätes 18. Jahrhundert), Guy van Waas mit A- und B-Klarinetten nach Lotz aus Wien (ebenfalls spätes 18. Jahrhundert), Wilhelm Bruns mit einem Naturhorn nach Lausmann (aus Böhmen um 1820) und Christian Beuse mit einem Fagott nach Grenser (Dresden, um 1800). Die spieltechnischen Herausforderungen der Werke Danzis werden trotz fehlender Klappenausstattung und Hornventile mit Temperament und lupenreiner Brillanz bewältigt. Gemessen an der Perfektion, mit der sich hier Spieler und Zuhörer am "Originalklang" ergötzen, drängt sich der Verdacht auf, daß der Mangel an ebenbürtigen Werken aus der Zeit Anton Reichas und Franz Danzis nicht zuletzt auf den Mangel an vergleichbar tüchtigen Interpreten zurückzuführen ist.

Gerhard Pätzig (01.10.2000)

Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität: 10
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute 01.10.2000